Geschichte

Die ersten Trikots gab es 1949

Werfen Sie einen Blick in die Geschichte des SV Hastenbeck!

1947 - 2 Jahre Frieden, viele junge kamen nach Hause oder an den Ort, wo Ihre Angehörigen wohnten, die aus der Heimat vertrieben wurden. Die Besatzungsmächte verlangten die Wahl eines Ortsjugendpflegers, so auch in Hastenbeck. Auf einer Versammlung wurde Fritz Stöcker vorgeschlagen, zögernd nahm er die Wahl an mit den Worten: "Ja, aber nicht nur auf dem Papier, es muss auch etwas geschehen!"

Mit Freunden und Bekannten fanden Gespräche statt, was man auf die Beine stellen könnte?! Sport wollte man treiben, was lag da näher als Fußball, wo es doch vor dem Krieg schon einmal einen Fußballverein gab. Dieser Verein, der seine Blütezeit in den zwanziger Jahren gehabt hatte, war jedoch Anfang der dreißiger Jahre eingeschlafen.
Am Sonntag, den 14.05.1947 trafen sich Fritz Stöcker, Jupp Gossen, Karl Müller, Heinrich Strothe, Hermann Röscher und Horst Ostrovski um über die Gründung eines Sportvereines zu beratschlagen. In zwei weiteren Versammlungen, am 16.05.1947 und am 23.05.1947 wurde die Gründung eines Sportvereines beschlossen.
Als Gründungstag wurde später der 17.05.1947 festgehalten. Im Protokoll Nr. 1 der Mitgliederversammlung vom 23.05.1947 wurden der Vereinsname und die Sportfarben einstimmig in Sportverein Hastenbeck (SVH) und schwarz-weiß beschlossen. Im Monat Mai traten dem SVH 80 Mitglieder bei!

Als Vereinslokal wurde die Gaststätte Kneese gewählt.

1. Vorsitzender: Fritz Stöcker
2. Vorsitzender: Karl Meyer
Schriftführer: Hilmar Schaack
Kassenwart: Herrmann Röscher
Sportwart: Jupp Gossen
Spartenwart Fussball: Fritz Kaiser
Spartenwart Leichtathletik: Hans Höfer
Jugendwart: Karl-Heinz Wode
Gerätewart: Herbert Peschel

Der Beitrag wurde auf monatlich 1,00 Reichsmark für Erwachsene und 0,50 RM für Jugendliche beschlossen. Die Aufnahemegebühr betrug für Erwachsene 2,00 RM und für Jugendliche 1,00 RM.

Soweit, so gut, aber wo sollte man nun Sport treiben?

Hier half Herr Baron von Reden, und dass sei hier erwähnt, nicht zum letzten Mal. Er zeigte sich dem SV Hastenbeck gegenüber immer sehr hilfsbereit. Der Baron von Reden stellte dem Verein die Wiese unterhalb des Gutes (am Bruch) als Sportplatz zur Verfügung. Da die Wiese auf dem Rittergut als Sportplatz keine Dauerlösung war, stellte Herr Baron von Reden im Jahre 1948 die Schafweide auf der linken Seite der Straße in Richtung Afferde zur Verfügung.
Hier wartete viel Arbeit auf den jungen Verein, galt es doch aus einer Hügellandschaft mit Gras einen ebenen Sportplatz herzurichten. Sportwart Jupp Gossen übernahm die Leitung zum Bau des Sportplatzes, der mit Hilfe der Mitglieder nach Feierabend und an den Wochenenden bald bespielbar war.

Fußballtrikots waren in dieser Zeit der Not noch Mangelware, was den Eifer jedoch nicht bremste. Es wurde improvisiert wo man konnte und so spielte man in schwarzer Turnhose und ärmellosen Unterhemden, Stutzen gab es generell gar nicht, außer sie waren selbstgestrickt. An Fußballschuhe als solches war überhaupt nicht zu denken, Schnürstiefel taten es auch und hatte jemand davon genug, so ging er zum Schuster und ließ sich Stollen anarbeiten. Spielte man in den Jahren 1948/49 noch in weißen Turnhemden, mittlerweile jedoch mit einem schwarzen Brustbalken, wo in der Mitte das Vereinswappen eingenäht war, so gab es ab der Saison 1949/50 schon die ersten Trikots.

Im Jahr 1949 wurde die Tischtennisabteilung ins Leben gerufen allerdings nur für Männer, denn Frauen waren in dieser Zeit noch nicht erwünscht. Tischtennis spielte man auf dem Saal bei Vogt's (heute Gaststätte Zur Post) auf selbstgebauten Tischtennisplatten.

In dieser Zeit wurde jedoch auch von Mädchen Sport getrieben. Zwei Mädchengruppen gingen begeistert ihrem Sport nach. Man fand Freude an Leichtathletik, Völkerball und Keulengymnastik. Leider musste die Gruppe mangels Resonanz 1959 aufgelöst werden. Anfang der fünfziger Jahre wuchs der Verein stetig weiter, Jugendmannschaften nahmen am Spielbetrieb teil, Tischtennis fand immer mehr begeisterte Anhänger, kurzum, ein geregeltes Vereinsleben nahm seinen Lauf. Busfahrten z. B. nach Herford und in den Solling wurden veranstaltet.

2000 Arbeitsstunden für das neue Sporthaus

Der Sportplatz wurde von der Afferder Straße an den Reuteranger verlegt, den Platz stellte, wer anders als Herr Baron von Reden zur Verfügung. Hier sollte der Verein nun für immer bleiben, dazu war jedoch ein bis dahin noch nicht dagewesener Aufwand an Arbeit und Einsatz von Nöten.

Ab 1953 füllte man 30.000 m³ Erde auf, Hand in Hand mit dem Baron von Reden, der Gemeinde und der Stadt Hameln wurde diese Arbeit bewältigt. Im August des Jahres 1953 konnte der Rasen eingesät werden, die Feuerwehr des Ortes wässerte den Platz und am 01.05.1954 wurde der Sportplatz mit einem zünftigen Zeltfest eingeweiht.

Am 11.02.1954 konnte der Verein unter der Nr. 281 beim Amtsgericht Hameln im Vereinsregister eingetragen werden.

Als nächste größere Aufgabe stand der Bau eines Sporthauses mit Umkleidekabinen und Toiletten auf dem Programm, diese Vorhaben konnten aber aus finanziellen Gründen noch nicht in diesem Maße durchgeführt werden, so dass man sich erst einmal für den Bau von Umkleideräumen und einem Gerätehaus entschied. Im Laufe der Arbeiten, die 1960 begannen, war eine Menge an Eigenleistung von Seiten der Vereinsmitglieder nötig, dafür gab es den ersten finanziellen Zuschuß der Gemeinde von DM 600,--.

Die ursprüngliche Planung wurde noch einmal überdacht und es sollten nun doch Toiletten und Waschgelegenheiten gebaut werden. Wie das mit der Eigenleistung der Mitglieder jedoch so ist, ging es manchmal recht zäh mit den Bauarbeiten voran, immerhin waren es ca. 2000 Arbeitsstunden, die von den Mitgliedern des SVH geleistet werden mussten. Im Oktober 1962 war der Rohbau fertig, mit Putz- und Innenausbauarbeiten konnte begonnen werden.

Anfang 1964 wurde das Sporthaus in Betrieb genommen und im Laufe der Jahre immer wieder ergänzt. 1965 begann die Planung für eine Flutlichtanlage, bald stellte sich heraus, dass sich die Durchführung noch nicht verwirklichen ließ, statt dessen wurden die Toilettenanlagen vervollständigt.
1966 erfolgte der Einbau von elektrischen Heizkörpern und im darauffolgenden Jahr begann man mit der Planung eines Anbaus von 140 m². Ferner wurde die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen und bei der Firma Engelhard in Hannover bestellt, die Kosten beliefen sich auf DM 691,--, die hauptsächlich durch Spenden erbracht wurden.

Sportwoche zum 20-jährigen Jubiläum

Das 20-jährige Jubiläum wurde vom 12.05. bis 21.05. 1967 mit einer Sportwoche und einem abschließendem Zeltfest gefeiert. Die Mitgliederzahl stieg erstmals über die bis dahin magische Grenze von 200 Vereinsmitgliedern und Fritz Stöcker ist seit 20 Jahren 1. Vorsitzender des SV Hastenbeck. Im Spätsommer 1969 wurde mit der Renovierung des Sportplatzes begonnen, Mutterboden musste aufgefüllt werden, eine Drainage und weitere erforderliche Arbeiten standen an.

Am 1. August 1971 konnte man den renovierten Sportplatz offiziell einweihen, die Fußballer durften wieder zurück auf ihren Sportplatz. Im Anschluss hieran begannen die Planungen für eine Erweiterung des Sporthauses um einen Duschraum und zwei Umkleidekabinen sowie den ersten Tennisplatz.

Die Sparte Tennis wurde gegründet und den Tennisplatz baute man in Eigenregie. Die Sparte Tennis konnte im Sommer 1972 den Spielbetrieb aufnehmen und freut sich über so großen Zulauf, so dass schon eine Warteliste aufgestellt werden musste. Desweiteren wollte man eine Kinderabteilung ins Leben rufen. Am 8. Februar 1974 wurde der Erweiterungs- und Umbau des Sportheimes offiziell eingeweiht.

Das sportliche Geschehen im Verein nahm seinen Lauf, der Verein wuchs, er hatte mittlerweile 304 Mitglieder. Eine weitere Bereicherung für den Sportplatz am Reuteranger wird im Jahre 1977 die Flutlichtanlage.

In der Sparte Tennis gibt es 1979 die Einweihung der neuen Tennisplätze zu feiern. Im Jahre 1981 steigt die Mitgliederzahl auf 413 an.

Am 19. Januar 1983 wurde die Sporthalle, auf die man so lange gewartet hatte, endlich eingeweiht. Mit der Sporthalle kamen 1984 die neuen Sparten Turnen und Volleyball hinzu. Fritz Stöcker gibt sein Amt nach nunmehr 40 Jahren ab und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der Verein hatte jetzt 620 Mitglieder, diese große Resonanz hatte der Bau der Sporthalle möglich gemacht. In den folgenden Jahren nahm das Vereinsleben so seinen Lauf.

Ein Kleinspielfeld gibt es seit 2009

Im Jahre 1994 wurde das Sporthaus mal wieder umgebaut , diesmal jedoch gravierend. Der komplette Umkleide- und Sanitärbereich wurde stückweise abgetragen. In dem Erweiterungsbau wurden insgesamt vier neue Umkleiden, zwei Duschanlagen, ein Schiedsrichterraum sowie ein Ballraum und neue Toiletten geschaffen. Die Heizungsanlage und die Warmwasserbereitung wurde komplett ersetzt und auf Gasbefeuerung umgestellt.                                                            

Unterhaltungs- und Reparaturarbeiten gehören zur Tagesordnung.

Auf- und Abstiege gab es in den einzelnen Sparten und so manche Änderung in den Spartenleitungen waren zu verzeichnen.

Nach mehr als 20 Jahre hartnäckigen Nachfassens (am Ball bleibens) ist es uns gelungen, auf dem ehemaligen Grundstück Kulp, das inzwischen ins Eigentum der Stadt Hameln gelangt war, im Jahre 2009 ein Kleinspielfeld respektive Trainingsplatz mit den Abmessungen 55,0 x 35,0 m zu bauen. Der Rat der Stadt hat im Dezember 2008 den Beschluss gefasst und die Genehmigung erteilt nebst einem Zuschuss von 45.000,00 €, so dass das Projekt mit Kosten von insgesamt 90,0 T€ in der Regie des Sportvereins realisiert werden konnte. Weitere Fördermittel stellte der KSB/LSB mit 18,0 T€ und der Landkreis mit 9,0 T€ zur Verfügung. Der Verein lieferte ebenfalls seinen Beitrag mit 18,0 T€, der durch das Einwerben von Spendengeldern und durch Hilfeleistungen unserer Mitglieder - kostenneutral für die Vereinskasse - erreicht wurde. Nach Abschluss der Arbeiten wurde in einer Feierstunde der Platz in die Obhut und Verantwortung der Stadt übergeben.

Die Zeiten für Vereine werden härter, denn das große Freizeitangebot auf kommerzieller Basis setzt den Vereinen zu. Die ehrenamtliche Arbeit wird immer schwerer, eine Stagnation, sogar ein Rückgang der Mitgliederzahlen ist die Folge, nicht nur in unserem Verein, sondern bundesweit.